Internetseite des Schulamtes der Stadt Krefeld

 
 

 

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Informationen zur schulischen Inklusion


Bedeutung der Inklusion

Der Inklusionsbegriff implementiert das Recht aller Menschen an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft. Jeder Mensch hat die gleichen Chancen und Rechte in einer Gesellschaft und soll diese auch tatsächlich umsetzen können. Dieses Recht gilt insbesondere für Menschen mit einer langfristigen körperlichen, seelischen oder geistigen Beeinträchtigung. Kein Mensch darf aufgrund seiner Beeinträchtigung in den verschiedenen Bereichen des Lebens diskriminiert oder ausgeschlossen werden.

Diese vollständige Teilhabe an der Gesellschaft wird durch vielseitige Barrieren erschwert oder verhindert. Die Bereitstellung von Hilfsmitteln kann sicherstellen, dass diese Barrieren verringert werden.  

Für die Schule bedeutet dies, dass die Verschiedenheit aller Kinder als Ausgangspunkt für das Schulsystem gilt. Es muss sich an die Bedürfnisse aller Schülerinnen und Schüler anpassen und diese gegebenenfalls durch die Bereitstellung von Hilfsmitteln unterstützen.


Bedeutung des Gemeinsamen Lernens

Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf werden gemeinsam an einer allgemeinen Schule unterrichtet und durch die Bereitstellung sächlicher und personeller Ressourcen unterstützt.


Förderschwerpunkte

Nach § 2 Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung bestehen folgende Förderschwerpunkte:

    Lernen ( LE )
    Sprache ( SQ )
    Emotionale und soziale Entwicklung ( ES )
    Hören und Kommunikation ( HK )
    Sehen ( SE )
    Geistige Entwicklung ( GG )
    Körperliche und motorische Entwicklung ( KM )

Werden mehrere Förderschwerpunkte bei einem Kind festgestellt, so wird ein vorrangiger Förderschwerpunkt bestimmt. Dieser vorrangige Förderschwerpunkt ist für die künftige Förderung ausschlaggebend.


Förderorte

Der Regelförderort für die Beschulung eines Kindes mit festgestelltem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf ist eine allgemeine Schule, in der Gemeinsames Lernen eingerichtet wurde. Zusätzlich besitzen die Eltern in Krefeld die Wahlmöglichkeit, ihr Kind in einer Förderschule unterrichten zu lassen.

In der Förderschule werden Kinder entsprechend ihres sonderpädagogischen Förderschwerpunktes unterrichtet. Die räumlichen, sächlichen und personellen Rahmenbedingungen der Förderschule sind auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abgestimmt.

Im Rahmen der sonderpädagogischen Überprüfung erhalten die Erziehungsberechtigten eine Beratung, welcher Förderort für die individuelle Beschulung des Kindes besser geeignet ist. Im Vordergrund stehen hierbei naturgemäß die speziellen Bedürfnisse des Kindes.


AO-SF Verfahren

Bei einem AO-SF Verfahren handelt es sich um ein Feststellungsverfahren auf der Basis der Verordnung über die sonderpädagogische Förderung, den Hausunterricht und die Schule für Kranke ( Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung – AO-SF ), welche die rechtlichen Regelungen des Verfahrens vorgibt.

Sind Sie der Meinung, dass Ihr Kind möglicherweise einen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf besitzt, so können Sie an der Schule einen entsprechenden Antrag stellen. Die zuständige Schulaufsicht entscheidet über die Eröffnung des Verfahrens. Zuständig für die Grundschulen, Hauptschulen und Förderschulen ist das Schulamt für die Stadt Krefeld als untere Schulaufsichtsbehörde. Für Realschulen, Gesamtschulen, Gymnasien und Berufskollegs ist die Bezirksregierung Düsseldorf als obere Schulaufsichtsbehörde zuständig.

Die Begutachtung, ob ein Kind über einen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf verfügt,  erfolgt durch eine Lehrkraft der besuchten, allgemeinen Schule und eine sonderpädagogische Lehrkraft einer anderen Schule.

Nach der Erstellung dieses Gutachtens wird das Ergebnis mit den Erziehungsberechtigten besprochen und es findet eine Beratung über den künftigen Förderort statt.

Im Anschluss an das Beratungsgespräch erfolgt eine Anhörung der Erziehungsberechtigten seitens der zuständigen Schulaufsichtsbehörde. Hierbei wird die beabsichtigte Entscheidung den Erziehungsberechtigten vorab mitgeteilt. Sollten die Erziehungsberechtigten mit der Entscheidung nicht einverstanden sein, können sie im Rahmen der Anhörung ein Gespräch mit der zuständigen Schulaufsichtsbehörde über die Entscheidung führen.

Wurde ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf festgestellt, erhalten die Erziehungsberechtigten im Anschluss an die Anhörung das schriftliche Angebot  einer allgemeinen Schule und einer Förderschule, zwischen denen der künftige Förderort gewählt werden kann.


Rechte im Rahmen des AO-SF Verfahrens

Unabhängig vom Recht der Eltern einen Antrag auf die Überprüfung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs zu stellen, haben auch die allgemeinen Schulen die Möglichkeit eines solchen Antrages. Insbesondere kann die Schule den Antrag stellen, wenn
    
    -eine Schülerin oder ein Schüler nicht zielgleich unterrichtet werden kann oder

-ein vermuteter Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung vorliegt, der mit einer Selbst- oder Fremdgefährdung einhergeht.

Bei einem vermuteten Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förderschwerpunkt Lernen kann die allgemeine Schule den Antrag in der Regel erst stellen, wenn eine Schülerin oder ein Schüler die Schuleingangsphase der Grundschule im dritten Jahr besucht; nach dem Ende der Klasse 6 ist ein Antrag nicht mehr möglich. ( § 19 Abs. 7  Schulgesetz NRW )

Wird ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf festgestellt, haben die Schülerinnen und Schüler einen Rechtsanspruch auf die Förderung an einer allgemeinen Schule. ( § 2 Abs. 5 Schulgesetz NRW ) Ein Rechtsanspruch auf Förderung in einer bestimmten allgemeinen Schule existiert nicht. Bei zielgleicher Förderung ist durch die Schulaufsicht eine Schule der von den Erziehungsberechtigten gewählten Schulform vorzuschlagen. ( § 16 Abs. 1 Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung )


Zielgleiche und zieldifferente Beschulung

Abhängig vom Förderschwerpunkt wird zwischen zielgleicher und zieldifferenter Beschulung unterschieden.

Schülerinnen und Schülern mit den Förderschwerpunkten Sprache, Emotionale und soziale Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen sowie Körperliche und motorische Entwicklung nehmen am Unterricht nach dem allgemeinen Bildungsgang der Schulform teil. Dies bedeutet, dass mit einer zusätzlichen sonderpädagogischen Förderung, welche in einem individuellen Förderplan dokumentiert wird, die Lernziele der allgemeinen Schule erreicht werden. Diese Schülerinnen und Schüler werden zielgleich beschult und erlangen die Bildungsabschlüsse der allgemeinen Schule.

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Fachstelle schulische Inklusion
Ihre Ansprechpartner:
Marwin Reckin und Claudia Grefkes

Herr Reckin       Frau Grefkes
Zimmer C 227   Zimmer C 215
Telefon 02151 862596   Telefon 02151 862585
Fax 02151 862595   Fax 02151 862595
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